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27.12.2012  
Prof. Dir. i. R. OStr. Johann Klecker
ist am 19. Dezember verstorben.
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Direktor i. R. OStR Johann Klecker
Unsere aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie und seinen Freunden.

Das Begräbnis wird am 9. 01. 2013 auf dem Hietzinger Friedhof in Wien XIII. Marxingstraße 15, um 14 Uhr stattfinden. Ein Gedenkgottesdienst ist vorgesehen am 14. 01. 2013 in Maria am Gestade um 18:00 Uhr am Abend.

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Im Andenken an den ehemaligen Direktor des Gymnasiums hier noch einmal ein Artikel über ihn, der in den Leithawellen erschienen ist.

Direktor i. R. OStR Johann Klecker am Wort

Wie in der Würdigung Direktor Kleckers „Als Mitarbeiter Gottes“ (s. S. dieser Ausgabe) angedeutet, war sein dauernder Ruhestand eigentlich mehr ein „Unruhestand“, d. h. er hat sich keineswegs gemächlich zur Ruhe gesetzt, sondern war weiterhin rastlos tätig: Er hat weiterhin - und jetzt erst recht - in der Cursillo-Bewegung (vorwiegend in Haftanstalten in Österreich und Deutschland) mitgearbeitet, er hat weiterhin im Verein „Soziale Gerichtshilfe“ mitgearbeitet, und er war Obmann des Vereins „Dismas“ (Wohnungsbeschaffung auch für Haftentlassene). Diese Tätigkeiten übte er viele Jahre während seiner Pension aus – bis er sie aus Altersgründen so nach und nach in jüngere Hände übergab.

Es war Direktor Klecker ein Anliegen, anstelle des geplanten Interviews einige Schlaglichter aus seiner Tätigkeit bei Cursillos in Haftanstalten selbst berichten zu können. Im Folgenden kommt daher Direktor OStR Johann Klecker selbst zu Wort:

Aus einer Rundfunksendung (ohne nähere Angaben):

Ich heiße Hans Klecker, ich bin Prof. für Latein und Geschichte an einem Gymnasium und auch der Leiter dieser Schule.
Ich wurde vor etwa 10 Jahren aufgefordert, an einer Arbeitsgemeinschaft für Strafgefangene mitzuarbeiten. Ich habe es damals strikte abgelehnt. Nach mehrmaliger Aufforderung habe ich mich doch entschlossen und bin dabei geblieben.
Ich war neun Jahre lang in einem Heim für Strafentlassene tätig und mache es auch weiterhin.
Ich habe mich damals immer gewehrt, eine solche Arbeit zu tun, aufgrund meiner sehr strengen Erziehung, mit Sünde und vor allem mit Verbrechen nicht in Berührung zu kommen. So wollte ich mit einem Verbrecher keine Gemeinschaft haben und schließlich bin ich dann doch gerade bei dieser Arbeit gelandet und dabei geblieben.
Wir wissen heute, dass der Strafvollzug kein Rachevollzug mehr ist, sondern schon therapeutisch ausgerichtet ist mit dem Ziel, den Strafgefangenen zu resozialisieren, d. h. in die Gesellschaft zurückzuführen und wieder ein geordnetes Leben zu führen.
Es ist auf diesem Gebiet bestimmt schon sehr viel Gutes geschehen, aber 80% Rückfälle zeigen eindeutig, dass noch Manches geschehen müsste.
Es ist nur die Frage „Was“ und „Wie“. Natürlich hat der Häftling Schuld auf sich geladen, aber allein wird so schnell niemand schuldig. Man muss sich nur die Vorgeschichte anschauen, da findet man Wohlstandsverwahrlosung, zerrüttete Familien, unerwünschte Kinder… Schon der große Pädagoge Pestalozzi hat diese Zusammenhänge klar erkannt und sehr treffend formuliert mit dem Satz: „Viele werden Täter, weil man ihnen in der Kindheit nicht mit Liebe entgegengekommen ist. Man hat sie mit Gütern abgespeist statt mit Liebe, statt mit Anwesenheit, statt mit Zeit, und es ist einleuchtend, dass man das Versäumte nachholen muss… Es ist nur die Frage „Wer?, Wie?, und Wo“?
Wir erwarten selbstverständlich vom Häftling, dass er sich bessert, dass er sich bewährt im Gefängnis. Es ist eine Tatsache, dass der junge straffällig gewordene Mensch, das Gefängnis tiefer geschädigt verlässt als er es betreten hat.
Haft bedeutet eben Entsozialisierung und Isolierung und verhindert jede sozial aufbauende Handlung; sie führt nicht zu Einsicht und Reue und nicht zur Änderung des Verhaltens.
Wir aber müssen uns um eine echte Versöhnung bemühen, und die schließt nicht nur Wiedergutmachung, sondern auch Verzeihen von den anderen ein, und das erfordert vom straffällig Gewordenen eine aktive sittliche Leistung und aus freiem Entschluss.
Nur so kann der schuldig Gewordene zum Frieden mit sich und seinen Mitmenschen gelangen.
Wie aber soll er nach seiner Entlassung anständig werden und sich bewähren, wenn ihn die so genannte „anständige“ Gesellschaft ausstößt? Daher muss der Häftling frühzeitig, schon vor der Entlassung aus seiner Isolierung aber auch nach der Entlassung aus seiner Isolierung herausgelöst werden. Einen Menschen aber in Unfreiheit zur Freiheit zu führen, ist nicht leicht; dazu braucht man etwas mehr als eine Institution mit Menschen in der Anonymität, mehr als beamtete Sozialhelfer, mehr als Fürsorger, mehr als irgendeine Bezugsperson, dazu ist ein Freund notwendig. Die Aufnahme eines persönlichen Kontaktes beginnen wir in der Regel mit einem Cursillo (das Wort ist spanisch und heißt nichts Anderes als „kleiner Kurs“).
Das ist ein dreitätiger religiöser Kurs als Lebenshilfe, die Vermittlung eines festen weltanschaulichen Fundaments.
Durch Briefkontakte, Einzelbesuche, Gruppentreffen, Einkehrtage, Besinnungsstunden und auch Gottesdienste wird diese Vertrauensbasis bis zur Entlassung vertieft, damit sie tragfähig wird für die eigentlichen Probleme nachher. Wir versuchen - und zwar nicht durch fromme Belehrungen - sondern einfach durch unsere Person, durch unser Leben dem Häftling für unsere Wertvorstellungen zu gewinnen, dass er sich mit ihnen identifizieren kann.
Er muss an uns erfahren, dass unsere Welt, unser Leben schön, wertvoll, sinnvoll ist und vor allem möglich ist.
Auf diese Weise wollen wir ihn in der Unfreiheit zur inneren Befreiung führen, ihm eine echte Freiheit bringen. Diese Gemeinschaft soll aber nicht mit der Entlassung abbrechen, sondern wie in der Strafanstalt auch nach der Entlassung fortgesetzt und noch erweitert werden durch Hilfestellungen bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, und dazu brauchen wir für die völlig Ausgestoßenen wenigstens vorübergehend Obdach. Vor allem in unserer Obhut, damit sie nicht wieder irgendwohin zerstreut werden, irgendwohin eingewiesen werden und wieder isoliert werden und für alle unsere Freunde brauchen wir eine Art Kommunikationszentrum, damit wir diese Gemeinschaft, die wir begonnen haben, auch fortsetzen können.
Es ist nur die Frage, wer gibt uns ein solches Zentrum?

Aus einer Zeitung oder Zeitschrift (ohne nähere Angaben):

Als Mitarbeiter des Vereins „Soziale Gerichtshilfe“ und des Cursillo habe ich im Laufe von 30 Jahren das Leben „hinter Gittern“ in 15 Haftanstalten Österreichs und Deutschlands hautnah kennen gelernt. Oft kam mir dabei der Gedanke, ob nicht die Gitter eher den Schutz der Weggesperrten vor der selbstgerechten Außenwelt bedeuteten. Ich möchte jetzt, soweit wie möglich, ganz nüchtern von Erlebnissen berichtet, dabei aber Personen durch Anonymität schützen. Dafür bitte ich den Leser um Verständnis.

Am ersten Tag eines Cursillo in einer Haftanstalt hat uns ein Teilnehmer mit folgenden wenig schmeichelhaften Worten begrüßt: „ Da schau ich mir mal an, was ihr uns da verzapfen wollt, und ich werde euch beweisen, dass eure Kirche nichts Anderes ist als ein staatlich gefördertes Betrugsunternehmen.“
Am dritten Tag während der Abschlussfeier ist dieser hartgesottene Bursche in Tränen der Freude zerflossen, ist dann unser Mitarbeiter geworden, hat nach seiner Versetzung in eine andere Haftanstalt durch Briefe an Bischöfe keine Ruhe gegeben, bis der Cursillo auch dort gehalten werden konnte, bei dem er selbst als Mitarbeiter mitgewirkt hat.

Derselbe Mann hat übrigens, während der Anstaltsgeistliche auf Urlaub war, unter dem Gespött von Mithäftlingen zwei Gebetsgruppen aufgebaut, und durchgesetzt, dass sie wöchentlich einen Wortgottesdienst in der Kirche gestalten durften.
Der Geistliche kommt vom Urlaub zurück und ist erstaunt: „Da kommt ein so genannter Häfenbruder daher und zeigt mir, was ich nicht zusammengebracht habe, wie es geht.“

Nach einem Cursillo in einer Haftanstalt schrieb uns ein Teilnehmer über sein Erlebnis Folgendes:
„Am Abend des ersten Tages versammelten wir uns in der Anstaltskapelle. Es herrschte tiefe Stille, für mich eine angespannte, aufwühlende, peinliche, fast unerträgliche Stille vor dem Sturm. Anschließend lag ich hellwach im Bett und wurde immer unruhiger…der Film meines bisherigen Lebens lief hinter meinen geschlossenen Augen unbarmherzig ab. Schweißgebadet erlebte ich schließlich den schwärzesten Tag meines Lebens noch einmal: Eineinhalb Stunden nach der Tat wurde ich verhaftet. – Wochen später folgte nach zweieinhalb Stunden Verhandlung das Urteil: „Lebenslang“. Wisst ihr, was das heißt? Dann wurde ich in die Zelle geführt. Man ließ mich mit meinem „Lebenslang“ allein – bis heute – 16 Jahre lang. Ich kam mit meinem „Lebenslang“ hierher zum Cursillo und gehe nach einer „schweren Geburt“ in ein neues Leben, ein Leben mit Gott. Nach 16 Jahren habe ich zum ersten Mal einen Brief an meine Mutter geschrieben, einen Brief unter Tränen. Ich habe sie um Verzeihung gebeten und gefragt, ob sie mich noch als Sohn anerkennt. – Nach einigen Tagen schon erhielt ich die Antwort. – Wann ich zum letzten Mal geweint habe, weiß ich nicht mehr, aber über ihren Brief weinte ich wie ein kleines Kind teils aus Trauer, mehr aber aus Freude.

Ein Teilnehmer am Cursillo in einer Haftanstalt schrieb an die Mitarbeiter des Cursillo: „ Von ganzem Herzen möchte ich euch danken, dass ich wieder an unseren Herrgott glauben kann. Mein Glaube hat mir geholfen, Schranken des Hasses niederzureißen. Ich hatte mir geschworen, nie mehr mit meiner Mutter und meiner geschiedenen Frau zu reden.
Jetzt aber habe ich beiden zum Muttertag einen Brief geschrieben. Ich fühle mich von einer schweren Last befreit. Was wird geschehen? –
Stellt euch vor, meine Mutter hat mir sofort zurückgeschrieben. Ich habe mich gar nicht getraut, den Brief zu öffnen, so aufgeregt war ich. Schließlich habe ich es doch mit zitternder Hand getan. Meine Mutter schreibt mir, dass sie glücklich ist, dass ich den Weg zu ihr gefunden habe und sie betet für mich. – Ich könnte einen Kopfstand nach dem anderen machen vor lauter Freude.- Zwei Tage später ereignete sich noch einmal etwas Unglaubliches: ein Brief von meiner Frau, zwar kurz aber doch lieb: auch ein Foto unseres 6-jährigen Sohnes lag dabei. Dieses Wunder habe ich euch zu verdanken. Mein einziges Bedauern, dass ich euch nicht schon früher begegnet bin.“
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